Manuelle Lymphdrainage

Die manuelle Lymphdrainage ist eine bewährte, sanfte Therapieform zur Aktivierung des Lymphsystems und ein zentraler Bestandteil der komplexen physikalischen Entstauungstherapie (KPE). Sie wird eingesetzt, um Schwellungen im Gewebe zu reduzieren und den Abfluss der Lymphflüssigkeit zu fördern. Ob nach einer Operation, bei Lymphödemen oder zur allgemeinen Entlastung des Körpers, jede Behandlung ist individuell und auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt.

Das Lymphsystem ist ein faszinierendes Netzwerk in unserem Körper. Im Gegensatz zum Blutkreislauf ist es kein geschlossener Kreislauf, es steht den Blutgefässen aber wie ein Kanalsystem zur Seite. Die feinen Gefässe fangen dort an, wo das Kapillarnetz des Blutes besonders feinmaschig ist. Das Lymphsystem sammelt überschüssige Flüssigkeit sowie Eiweisse und Zelltrümmer ein und führt sie zurück ins Blut. Ist dieser Prozess gestört, entstehen Ödeme.

Ziele der manuellen Lymphdrainage

  • Reduktion von Schwellungen und Ödemen

  • Unterstützung nach Operationen und Verletzungen

  • Förderung der Durchblutung und Entgiftung

  • Stärkung des Immunsystems

  • Tiefenentspannung und Stressabbau

Wann diese Methode zum Einsatz kommt

  • Sportverletzungen, Muskelkater, Hämatome

  • Vor- und Nachbehandlung von Operationen, störende Narben

  • Arthrose

  • Rheumatische Erkrankungen

  • Migräne, Kopfschmerzen, Tinnitus

  • Spannungs- und Schweregefühl in Armen oder Beinen

  • Entgiften nach medikamentöser Einnahme/Therapie

  • Lymphödemen (primär und sekundär)

  • Phlebödem, postthrombotisches Syndrom

  • Lipödemen (begleitend)

Was zeichnet die Methode aus?

  • Sanfte, rhythmische Grifftechniken, die den Lymphabfluss anregen

  • Schmerzfrei und entspannend

  • Individuell angepasst

  • Medizinisch anerkanntes Therapieverfahren

Bestandteile der Komplexen physikalischen Entstauungstherapie (KPE)

Seit vielen Jahren ist die KPE die Therapie der Wahl bei allen lymphostatischen Ödemformen. Die KPE kann auch im Bereich der Traumatologie und Rheumatologie eingesetzt werden. Therapeutisch sind immer alle fünf Anwendungen durchzuführen, da sie nur in ihrer Gesamtheit zum Erfolg führen.

  1. Manuelle Lymphdrainage

  2. Hautpflege als Infektionsprophylaxe

  3. Kompression: Sie verhindert das Zurückfliessen von Flüssigkeit in vorher entstautes Gewebe und fördert die weitere Entstauung. In den unterschiedlichen Phasen der KPE wird sie entweder als lymphologischer Kompressionsverband in Entstauungsphase Phase I oder als massgefertigte medizinische Kompressionsbestrumpfung, meist als Flachstrick, in Erhaltungs- und Optimierungsphase (Phase II) durchgeführt.

  4. Bewegung/Entstauungsübungen: Durch die Muskelaktion wird der Lymphtransport angeregt und unterstützt. Die Übungen bzw. Bewegungen sollten in der Kompression durchgeführt werden.

  5. Unterstützendes Selbstmanagement durch Übungen und das selbständige Anlegen von Kompressionsverbänden -> Anleitung für Behandlung am Hals/”Motor starten” (Download mp4-Datei)